Zur Geschichte der wissenschaftlichen Erforschung der Alexander-Technik

Wichtige Elemente von F. M. Alexanders Ansatz fanden wissenschaftliche Unterstützung durch die Arbeiten des Neurophysiologen C. H. Sherrington, der Anatomen R. A. Dart und G. E. Coghill und des Pharmakologen R. Magnus. Bekannte Persönlichkeiten setzten sich öffentlich für die Alexander-Technik ein und wiesen auf ihre Bedeutung hin, so z.B. der Ethnologe und Nobelpreisträger für Medizin Nicolas Tinbergen.

In zahlreichen Studien wurde die Wirksamkeit der Alexander-Technik untersucht und bestätigt.

Foto: F. M. Alexander und der Earl of Lytton 1939
F. M. Alexander und
der Earl of Lytton 1939

Dr. W. Barlow zeigte als erster durch seine Analyse von Fotoreihen, wie die Alexander-Technik Haltungsschäden korrigieren kann. (Barlow, The Alexander Principle, 1973)

Prof. F. P. Jones führte mit Unterstützung des U.S. Health Service und der Carnegie Foundation ein siebenjähriges Versuchsprogramm am Institut für experimentelle Psychologie der Tufts Universität durch. Bestätigt wurde unter anderem, dass durch Alexander–Technik Unterricht Bewegungsabläufe mit geringerem muskulärem Aufwand ablaufen. Eine Abnahme der Spannung des Kopfwendemuskels (m. sternocleidomastoideus) und eine Zunahme der Höhe der zervikalen Bandscheiben. Untersuchungsmethoden waren: chronometrische Mehrfachfotografie der Bewegungsabläufe, Tonspektrografie und Angaben der Versuchspersonen über ihre Bewertung kinästhetischer Effekte. (Jones, Collected Writings on the Alexander Technique, 1997)

In jüngerer Zeit wurden diese Experimente unter verbesserten und zeitgemäßen Versuchsbedingungen von Prof. Finn Bojsen-Moller et al. an der Universität Kopenhagen wiederholt, ebenso von Dr. D. Garlick, School of Physiology and Pharmacology, University of New South Wales (Australien) und von Chris Stevens und Dr. Roger Soames, King's College, University of London. In allen Versuchsreihen zeigten sich nach Unterweisung der Versuchspersonen mit den Alexander-Prinzipien signifikant positive Veränderungen physiologisch wichtiger Kerngrößen. Sie belegen, dass Muskelbewegungen effektiver und schneller werden, der Körperschwerpunkt sich nach hinten verlagert, die Körperlänge und Schulterbreite zunehmen und durch Stress bedingter Bluthochdruck wirksam gesenkt werden kann. (Stevens et al 1989, Stevens 1995, Nielsen 1994)

Eine Übersicht über die frühen wissenschaftlichen Forschungsarbeiten über die Alexander-Technik findet sich in der Schrift von Chris Stevens mit dem Titel Towards a Physiology of the F.M. Alexander Technique: a record of work in progress, STAT Books, London 1990, 1995.