Anwendungsgebiete der Alexander-Technik

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Sport und Fitness

Verbesserung von Beweglichkeit und Koordination

Die Alexander-Technik verbessert die Beweglichkeit und Koordinationsfähigkeit. Sie hilft Menschen sowohl bei ihren Fitnessaktivitäten, im Freizeitsport als auch im Leistungssport, ihre Möglichkeiten, ihre Leistungsfähigkeit, Ausdauer und Geschicklichkeit zu entfalten. Läufer und Wanderer lernen, große Distanzen zurückzulegen, ohne ihre Gelenke zu schädigen. Reiter finden ein neues Zusammenspiel mit ihrem Pferd. Golfer berichten von der entstandenen Fähigkeit, im "Flow" zu spielen. Radfahrer erleben eine neue Leichtigkeit im Sattel. Schwimmer erfahren eine flüssigere Bewegung und einen leichteren Atem. Auch in anderen Fitnessbereichen und Sportarten kann die Alexander-Technik mit großem Nutzen angewendet werden.

Lust auf Bewegung

Foto: Läufer von vorneDie heutige Lebensweise bringt es mit sich, dass wir uns bei unseren Aufgaben und Tätigkeiten relativ wenig bewegen. Für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden hat ein gewisses Maß an täglicher Bewegung jedoch eine große Bedeutung. Was vielleicht nicht in gleicher Weise allgemein bekannt ist: Die Art und die Weise, wie wir uns bewegen, hat einen sehr großen Einfluss auf die Motivation zum Bewegen. So mancher Bewegungsmuffel hat die Freude am Bewegen wiedergefunden, wenn er mit der Alexander-Technik entdecken durfte, mit welcher Leichtigkeit er sich bewegen kann, wenn er nur ein wenig an seinen Ideen und Gewohnheiten verändert.

 

Beispiel: Fahrradfahren

Foto: Radfahrerin begleitet von Alexander-Technik-Lehrerin

Das Fahrrad benutzen viele Menschen auf ihren täglichen Wegen zur Schule, Uni oder zur Arbeit. Kürzere oder längere Radtouren sind beliebte Freizeitaktivitäten. Die Bewegung auf dem Rad fördert im Prinzip die Gesundheit. Es geschieht jedoch sehr häufig, dass am Ende einer Fahrt oder Tour der Nacken, der Rücken, die Knie oder das Gesäß schmerzen. Ein optimal auf die eigene Körpergröße abgestimmtes Fahrrad ist durchaus empfehlenswert. Es kommt aber auch entscheidend darauf an, wie wir unseren Körper beim Radfahren einsetzen. Ziehen wir den Kopf in den Nacken? Üben wir beim Fahren Druck auf den unteren Rücken aus? Mit wieviel Kraft halte ich den Lenker? Wie belaste ich Hüft-, Knie- und Fußgelenke beim Treten? Wie verteilt sich die aufgewendete Kraft auf den ganzen Körper? Diese und ähnliche Fragen mithilfe eines geschulten Alexander-Technik-Blickes zu erkunden, zeigt meistens viele Möglichkeiten auf, die Bewegungsqualität zu verändern und das Fahrradfahren zu einer entspannteren und vergnüglichen Erfahrung werden zu lassen.

Beispiel: Reiten

In unserer bewegungsarmen und hektischen Gesellschaft bietet das Reiten für viele Menschen eine willkommene Aktivität, um sich zu bewegen, eine Vertrauensbeziehung zu einem Tier zu entwickeln, die Abwechslung und die Natur beim Ausreiten zu erleben oder einfach, um sich zu erholen.

Foto: Reiterin auf Pferd, das von Mann geführt wirdUm das Reiten zu einem Genuss für Mensch und Pferd werden zu lassen, hilft neben einer Einführung in die Reitkunst das Erlernen der Alexander-Technik. Die Fähigkeit, sich selbst zu beobachten, die Ruhe, die aus dem Innehalten hervorgeht, die Freiheit des Atems und die körperliche Koordination und Aufrichtung als Ergebnis einer bewussten Selbststeuerung ermöglichen ein harmonisches Zusammenwachsen von Reiter und Pferd.

Die Reiterin kann einen wirklichen Gleichgewichtssitz erlernen, aus dem heraus Arme und Beine nicht mehr mit der Stabilisierung des Sitzes beschäftigt sind. Mit dieser Art des Sitzens kann sie sich ihrer Einwirkung auf das Pferd bewusst werden und diese mit den Bewegungen des Pferdes in Einklang bringen. Reiterin und Pferd können so einen gemeinsamen Bewegungsfluss erreichen.

Auch bei Yoga, Qi Gong oder Tai Chi

Die Bewegungsübungen aus dem Yoga, dem Qi Gong oder dem Tai Chi sind sehr beliebt, da sie den körperlichen Energiefluss fördern und zur Kräftigung, Entspannung und Belebung beitragen. Diese Bewegungsformen können jedoch in ganz unterschiedlicher Art und Weise ausgeübt werden. Sind sie durch die Alexander-Technik angeleitet, verändert sich meist die Qualität der Bewegung erheblich. Die Atmung verliert jegliches Forcieren, und die steuernden Beziehungen zwischen Körper und Kopf fördern eine größere Leichtigkeit und Harmonie der Bewegungsfolgen. Es lohnt sich daher, danach zu fragen, ob die jeweilige Kursleiterin oder der Kursleiter gleichzeitig Lehrerin oder Lehrer der Alexander-Technik ist.

Foto: Frau in einem Yoga Asana, unterstützt von Lehrerin

Hinweis

Sprechen Sie mit Ihrer Lehrerin oder Ihrem Lehrer für Alexander-Technik, wenn Sie eine Sportart oder ein Fitnesstraining betreiben, das hier nicht erwähnt wird. Diese können Ihnen erläutern, welchen Nutzen das Erlernen der Alexander-Technik für Ihre Sportart oder Ihr Training haben könnte. Vom ATVD zertifizierte Lehrerinnen und Lehrer finden Sie hier.

Besondere Lebenslagen

Foto: Kleines Mädchen lauscht am Bauch der Schwangeren Mutter

Leichtigkeit auch in der Schwangerschaft

Die körperlichen Veränderungen während einer Schwangerschaft führen häufig zu Rücken- und Hüftproblemen, Atembeschwerden und mühevollen Bewegungen. Mit der Alexander-Technik erlernen Frauen einen Umgang mit ihrem Körper, der es ihnen auch unter den besonderen Bedingungen der Schwangerschaft ermöglicht, in Balance, beweglich und koordiniert zu bleiben.

Foto: älterer Mann hebt Stuhl, unterstützt von LehrerinUnbeschwert älter werden

Wir alle werden älter. Viele ältere Menschen sind in ihren Bewegungsmöglichkeiten eingeschränkt, leiden an zahlreichen körperlichen Beschwerden und gelegentlich auch an verminderter Vitalität. Es ist sicherlich nicht sinnvoll, manche Begleiterscheinungen des Älterwerdens einfach zu ignorieren. Gleichzeitig gibt es Möglichkeiten, die Beweglichkeit, die Lebenskräfte und die Wachheit auch im Alter zu erhalten und zu fördern.

Die Alexander-Technik ist eine hervorragende Begleiterin beim Älterwerden. Sie hilft, die Bewegungs- und Lebensfunktionen zu erhalten und zu stärken, unnötige Einschränkungen zu vermeiden und auch mit Beschwerden aufrecht und zuversichtlich durch den Tag zu gehen. Die Alexander-Technik hilft auch, einen altersgemäßen Rhythmus zu finden, die Balance so zu trainieren, dass das Risiko des Stürzens vermindert wird und manche Abnutzungserscheinung im praktischem Leben bei Weitem nicht die negativen Folgen hat, die sie auf dem Röntgenbild befürchten lässt.

Konstruktiver Umgang mit Unfallfolgen, Behinderungen und Krankheiten

Die Folgen eines Unfalls, angeborene Abweichungen im Skelett, Behinderungen oder chronische Erkrankungen führen häufig zu Schon- und Fehlhaltungen, die die Beschwerden nur verlagern. Auch unter solchen besonderen Bedingungen ist es meistens möglich, ein Mehr an Balance und Beweglichkeit zu erreichen, wodurch Beschwerden vermindert werden können und die Lebensqualität zunimmt. Die innere Orientierung und die Handlungsprinzipien der Alexander-Technik sind dabei eine große Hilfe, da sie selbständig im Alltag praktiziert werden können.

Eine wissenschaftliche Untersuchung der Wirksamkeit der Alexander-Technik für Menschen mit Parkinson-Krankheit konnte zeigen, dass sich für diese u.a. die folgenden Veränderungen ergaben: Verbesserungen des Gleichgewichts, des Gehens, des Sprechens, Zunahme an Energie und verminderter Tremor (siehe Wissenschaft).

Hinweis

Das Erlernen der Alexander-Technik ersetzt nicht die Betreuung durch einen Arzt, einen Heilpraktiker oder einen Psychotherapeuten. Vielmehr dient es der Selbstfürsorge und kann eine therapeutische Beratung und Begleitung ergänzen.

Gesundheit

Die Alexander-Technik in der Gesundheitsförderung

Foto: Mann auf Tisch, Lehrerin untertützt ihn am KopfDie Alexander-Technik ist ein Weg, um Bewegungs-, Denk-, Wahrnehmungs- und Verhaltensmuster nachhaltig zu verändern. Schüler der Alexander-Technik erlernen, ausgehend von der bewussten Selbstbeobachtung, wie sie sich körpergerecht und koordiniert bewegen, wie sie ihre Kräfte ökonomisch einsetzen und gelassen auf die unterschiedlichsten Vorkommnisse reagieren können. Sie lernen, wie sie dabei ihren Atem frei fließen lassen und sich für ihre Handlungen bewusst entscheiden können. Im Zuge dieses Lernens verbessert sich die Fähigkeit zur Eigenwahrnehmung ebenso wie das innere Bild des eigenen Körpers.

Das Erlernen einer Geist und Körper integrierenden Koordination, sei es in Tätigkeit oder in Ruhe, ist ein grundlegendes Prinzip der selbstverantwortlichen Gesundheitsförderung und Selbstfürsorge. Wohlkoordiniertes Bewegen und Handeln, wie es in der Alexander-Technik erlernt wird, fördert nicht nur die natürliche Aufrichtung im Stehen, Gehen oder Sitzen; es harmonisiert gleichzeitig den gesamten Muskeltonus und passt ihn der jeweiligen Tätigkeit an, schont die Gelenke, fördert Kreislauf und Atmung, Verdauung und andere Aspekte der vegetativen Körperfunktionen. Gleichzeitig erfahren die Lernenden psychisches Wohlbefinden, emotionale Ausgeglichenheit und mentale Klarheit.

Zusammenhang von Körperkoordination und Gesundheit

Foto: Schülerin wird von Lehrerin bei Yoga-Übung unterstütztUnsere Körperkoordination und -aufrichtung hat einen vielleicht größeren Einfluss auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden als wir denken. Wenn wir in uns eingesunken, überstreckt, verspannt oder in anderer Weise aus dem Gleichgewicht durch den Tag gehen, dann leiden auch unsere inneren Organe, die Herz-Kreislauf-Funktion, der Atem, die Verdauung oder die Sprechfähigkeit. Und natürlich können im Laufe der Zeit die unterschiedlichsten Beschwerden und Einschränkungen in unserem Bewegungssystem entstehen. Schließlich geht eine beeinträchtigte Körperkoordination und Balance zumeist auch einher mit innerer Unausgeglichenheit, Unruhe, Ungeduld und Gereiztheit.

Daher tun wir uns viel Gutes, wenn wir uns der Art und Weise bewusst zuwenden, wie wir unseren Körper koordinieren, uns bewegen und wie wir reagieren. In der Alexander-Technik lernen wir, wie wir uns mühelos in den unterschiedlichsten Lebenssituationen aufrichten und die freie Beweglichkeit und Koordination unserer Gelenke finden können. Wir lernen, unseren inneren Organen den Raum und die Ruhe zu geben, die sie für eine ungestörte Ausführung ihrer Aufgaben benötigen.

Ein freier Atem als Quelle von Vitalität

In einem Baby fließt der Atem als eine Bewegung des ganzen Körpers. Diesen freien Atem verlieren wir oft im Laufe des Lebens aufgrund von unbewussten Einschränkungen und Behinderungen des Atemvorgangs. Solche Störungen des Atemvorgangs gehen immer mit einem Verlust an Vitalität einher und sie behindern uns auch, wenn wir sprechen, singen, pfeifen oder ein Blasinstrument spielen. Ein freier und natürlicher Atem ist jedoch eine Gabe, die uns mitgegeben ist. Wir können sie immer wieder entdecken und freilegen. Dies geschieht nicht dadurch, dass wir unseren Atem in einer ganz bestimmten Art und Weise regulieren und entsprechend einüben. Es geschieht vielmehr dadurch, dass wir zu einer natürlichen Körperkoordination finden und dabei ungünstige Atemgewohnheiten ablegen. Das Wiederfinden eines freien, natürlichen Atems ist also vielmehr ein Prozess der Freilegung als ein Tun oder Eingreifen. Im Alexander-Unterricht lernen wir, unser Denken und unseren Körper auf eine Art und Weise zu gebrauchen, dass sich auch unser Atem wieder entfalten kann.

Alexander-Technik in der Prävention ...

Die Alexander-Technik eignet sich zur Prävention von zahlreichen Körperstörungen und Erkrankungen, die durch ungünstigen Gebrauch des Bewegungssystems und durch chronische Stressreaktionen hervorgerufen werden. Zu nennen sind hier u.a. Rücken-, Schulter- und Nackenbeschwerden, Tennisellenbogen oder Mausarm, Gelenk- und Spannungsschmerzen, chronische Unruhe und Erschöpfung.

... und in der Therapie

Wissenschaftliche Forschungen haben gezeigt, dass das Erlernen der Alexander-Technik auch im therapeutischen Bereich hilfreich sein kann. So wurde z.B. 2008 im British Medical Journal eine Studie mit 579 Probanden veröffentlicht, in der gezeigt wurde, dass das Erlernen der Alexander-Technik bei chronischen Rückenschmerzen zu einer signifikanten Verbesserung führte, die auch noch ein Jahr später weiter anhielt. Mehr hierzu unter Wissenschaft.

Die Alexander-Technik hat sich auch als sehr hilfreich erwiesen beim Umgang mit den Folgen von Erkrankungen wie Parkinson (siehe Wissenschaft) oder Multiple Sklerose. Im Umgang mit Unfallfolgen, angeborenen Abweichungen des Skeletts oder anderen Behinderungen kann die Alexander-Technik helfen, Schonhaltungen und Fehlhaltungen zu erkennen, welche die Bewegungseinschränkungen eher verstärken als vermindern. Alexander-Technik kann außerdem dazu beitragen, einen geeigneten Umgang mit dem Körper im Rahmen der Grunderkrankung zu entwickeln. Zwar kann diese durch die Alexander-Technik meist nicht beseitigt werden, doch können sich Beweglichkeit und Allgemeinbefinden verbessern, was sich wiederum positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken kann.

Die Alexander-Technik hat sich auch als ergänzendes (komplementäres) Verfahren im Kontext von psychotherapeutischen Behandlungen bewährt. Hierbei spielt die körperliche Selbsterfahrung, die Schulung der Aufmerksamkeit und Eigenwahrnehmung, die aktive Auseinandersetzung mit dem Selbstkonzept und dem eigenen Körperbild und das bewusste Reagieren eine besonders positive Rolle.

Hinweis

Beim Erlernen der Alexander-Technik in einem medizinischen bzw. therapeutischen Kontext ist zu beachten, dass die Alexander-Technik die Betreuung durch einen Arzt, einen Heilpraktiker oder einen Psychotherapeuten nicht ersetzt. Vielmehr ist sie ein komplementäres Element der Therapie.

Beruf

Neue Möglichkeiten in beruflichen Tätigkeiten

Im Beruf hilft uns die Alexander-Technik, ganz gleich ob wir uns viel oder wenig bewegen: Wenn wir viel sitzen oder für geraume Zeit stehen, wenn wir länger vor einem Bildschirm oder am Steuer eines Fahrzeugs verbringen, wenn wir uns über andere Menschen beugen oder diese bewegen und stützen, wenn wir uns ständig wiederkehrende Handgriffe oder auf dauernd wechselnde Situationen einstellen, wenn wir lange Gespräche führen oder etwas präsentieren.

Die Geschicklichkeit im Umgang mit Instrumenten und Werkzeugen kann sich ebenso nachhaltig verbessern wie die Effektivität des beruflichen Handelns. Die Alexander-Technik kann uns in vielen beruflichen Situationen dabei unterstützen, mit unseren Kräften zu haushalten und nicht unnötig zu ermüden, berufsbedingten Beschwerden vorzubeugen und unseren Aufgaben wach und leistungsfähig nachzugehen.

Beispiel: Computerarbeit

Foto: Mann nach vorne gebeugt über Notebook mit HandyDie Arbeit am Computer ist für die meisten von uns sehr fordernd und für viele vorzeitig überanstrengend, weil wir unser Sehen oft stundenlang auf eine kleine Bildschirmfläche ausrichten und unsere Hände und Arme im Wesentlichen in einem kleinen Raum auf der Tastatur oder mit der Maus bewegen. Selbst wenn wir optimal angepasste Büromöbel nutzen, bei denen Sitzfläche, Schreibtisch und Bildschirmneigung gut aufeinander abgestimmt sind, kommt es viel zu häufig vor, dass wir den Computerarbeitsplatz mit steifem Nacken, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen oder Augenbeschwerden verlassen. Wenn wir uns genau beobachten, merken wir, welche körperliche und psychische Anspannung beim konzentrierten Arbeiten entstehen kann und wie unser Atem unregelmäßig und flach wird.

Gibt es Möglichkeiten, Computerarbeit auf eine Art und Weise auszuführen, dass sie nicht die beschriebenen negativen Begleiterscheinungen und Folgen hat? Oder bleiben wir darauf angewiesen, uns erst nach der Arbeit mit den verschiedensten Entspannungsmethoden wieder zu erholen?

Foto: Unterrichtssituation beim Bedienen der ComputermausNatürlich können wir uns mithilfe der Alexander-Technik auch nach oder vor einer Tätigkeit ausruhen und erholen. Doch geht es vorrangig darum, wie wir eine Tätigkeit so ausüben können, dass sie uns nicht übermäßig anstrengt, nicht zu Beschwerden und vorzeitiger Erschöpfung führt. Der Schlüssel liegt darin, zu bemerken, was mit uns geschieht, wenn uns etwas mental fordert. Wir können lernen, nicht unbewusst und automatisch zu reagieren und stattdessen geeignete Möglichkeiten mentaler Selbstorientierung vor, während und nach anspruchsvoller beruflicher Tätigkeit zu nutzen.

Beispiel: Präsentieren

Ein Thema vor einer Gruppe Zuhörer darzustellen oder eine Präsentation zu halten ist eine wichtige Aufgabe in vielen Berufen: in der Schule, an Universitäten, in der Erwachsenenbildung, in Unternehmen, Behörden und nicht zuletzt auch in der Politik. Falls ein Präsentierender sich ängstlich fühlt, vielleicht Schwierigkeiten beim Sprechen hat und überdies eine ungünstige Körperhaltung einnimmt, so ist dies zwar verständlich, aber nicht unabwendbar.

Das Erlernen der Alexander-Technik hilft uns unter anderem, mit Gefühlen wie Ängstlichkeit oder Lampenfieber umzugehen. Darüber hinaus lernen wir, Pausen beim Sprechen einzulegen, uns beim Atmen nicht selbst zu behindern und das, was wir mitteilen möchten, klar und deutlich, lebendig und abwechslungsreich vorzubringen. Schließlich lernen wir auch, so zu stehen, zu sitzen und uns beim Vortragen zu bewegen, dass wir in Kontakt mit uns selbst bleiben, eine präsente Beziehung zu den Zuhörern aufbauen und erhalten sowie einen natürlichen Ausdruck ausstrahlen. Damit ist die Alexander-Technik ein wesentliches Element der Kunst des Präsentierens.

Alexander-Technik am Arbeitsplatz

Foto: Unterrichtssituation mit Mann am NotebookViele Lehrerinnen und Lehrer der Alexander-Technik kommen auch gerne in Ihr Unternehmen, Ihre Behörde oder Organisation, um die Alexander-Technik im direkten Zusammenhang mit den Anforderungen Ihres Arbeitsplatzes zu unterrichten. Auf diese Weise können Ihre speziellen Bedürfnisse und Gegebenheiten so in das Lernen einbezogen werden, dass Sie optimale Formen des Umgangs mit körperlichen und mentalen Anforderungen für Ihre spezifischen Aufgaben und Tätigkeiten entdecken können. Dadurch trägt die Alexander-Technik wirksam zur Gesundheitsförderung und Prävention am Arbeitsplatz bei.

  • Vergleiche auch die wissenschaftliche Studie "Alexander-Technik als Mittel des Selbstmanagements für Berufstätige zur Vorbeugung gegen Störungen im Bereich des Bewegungsapparates" unter Wissenschaft.