Was ist die Alexander-Technik?

Die Alexander-Technik ist eine erlernbare Fähigkeit, besser mit sich selbst in den unterschiedlichsten Tätigkeiten und Lebenssituationen umzugehen. Sie kann unabhängig von Alter und persönlichen Voraussetzungen erlernt und lebenslang im Alltag und in den eigenen Interessensgebieten angewendet werden.

Mit dem Erlernen der Alexander-Technik entdecken Sie Ihre natürliche Koordination wieder und können gelassener mit Herausforderungen umgehen. Sie werden aufmerksam auf Gewohnheiten im Verhalten, Bewegen und Denken, die Ihnen nicht gut tun, die Sie in Ihrer Ausdrucksfähigkeit und Ihren Lebensäußerungen einschränken und längerfristig zu Verspannungen, Schmerzen, Haltungsschäden, Nervosität und Erschöpfung führen können. Und Sie lernen, wie Sie diese Gewohnheiten ablegen und dadurch ausgeglichener, wirksamer und freier durch den Alltag gehen.

Die Kunst der Veränderung

Foto: Unterrichtssituation beim SitzenDas heutige Leben, sei es in Beruf, Familie oder Schule, birgt zahlreiche hohe Anforderungen und eine beträchtliche Hektik, auf die wir oftmals mit körperlicher Anspannung und innerem Stress reagieren. So entwickeln wir häufig Gewohnheiten in der Art und Weise, wie wir uns bewegen und wie wir denken, wie wir sitzen oder stehen, lesen, schreiben oder sprechen, die mit zu starker Muskelanspannung, innerer Unruhe oder anderen ungünstigen Reaktionen verbunden sind.

Oft kommen wir unseren unguten Gewohnheiten erst dann auf die Spur, wenn wir uns fragen, wodurch unsere Verspannungen oder Schmerzen, chronische Gereiztheit, Schlafprobleme oder andere funktionelle Störungen überhaupt entstehen. Wir können ungünstige Gewohnheiten auch entdecken, wenn wir nach Wegen suchen, uns anmutiger zu bewegen, lebendiger zu sprechen, unsere Leistungsfähigkeit zu steigern oder unseren künstlerischen Ausdruck zu verbessern.

In der Alexander-Technik lernen Sie, bei dem, was Sie tun, darauf zu achten, wie Sie es tun. Sie lernen, hinderliche Gewohnheiten zu bemerken, die Ihnen vielleicht gar nicht bewusst waren, weil sie sich ja so vertraut, bekannt und "richtig" anfühlten. Und Sie lernen, wie Sie eine einmal als störend erkannte Gewohnheit stoppen und unterlassen können. Mit dieser Fähigkeit des Unterlassens erwachsen Ihnen neue Möglichkeiten zu wählen, wie Sie Ihre Tätigkeiten und Aufgaben sinnvoller und meist mit weniger Aufwand ausführen können.

Mit der Fähigkeit des Innehaltens lernen Sie auch die Fähigkeit, sich selbst gedanklich neu zu orientieren und sogar unter großen Anforderungen koordinierte Bewegungen, einen freien Atem und einen angemessenen und angenehmen Muskeltonus beizubehalten.

Bewusster Umgang mit Vorstellungen und Zielen

Foto: Unterrichtssituation beim GehenIn jedem Moment werden wir von Vorstellungen geleitet, wie wir die Dinge, die wir tun möchten, am besten tun sollten. Diese Vorstellungen sind uns häufig nicht oder nur undeutlich bewusst. Sie zu überprüfen und gegebenenfalls zu korrigieren, kann manchmal erstaunlich befreiende Wirkungen haben. Schon eine geringfügig veränderte Vorstellung von der Art und Weise, wie wir uns bewegen, kann bereits Verspannungen lösen, neue Bewegungsmöglichkeiten eröffnen und eine Lebendigkeit und Kraft zurückbringen, die wir vielleicht schon verloren glaubten.

Leicht geschieht es, dass wir uns auf das Erreichen eines Ziels versteifen. Dies hilft uns meistens nicht dabei, zu verwirklichen, was wir erreichen wollen. Die Alexander-Technik unterstützt uns darin, unsere Aufmerksamkeit mehr auf die Art und Weise unseres Handelns zu richten, ohne dabei das Ziel aus den Augen zu verlieren. Mit dieser Haltung und dieser Fähigkeit kann es gelingen, Ziele zu erreichen, die uns zuvor immer wieder entglitten waren.

Unsere ganz persönlichen kritischen Momente

Jeder von uns kennt wahrscheinlich kritische Momente in seinem Leben, bei denen wir unsicher werden, unter inneren Stress geraten, uns ängstigen, die Balance verlieren und auf eine Art und Weise reagieren, die uns nicht zufriedenstellt. Beispiele: Wir bemerken, dass uns ein Fehler unterlaufen ist, wir müssen vor einer Gruppe Menschen sprechen, wir kommen beim Treppensteigen außer Atem, wir sehen uns einer Missfallensäußerung eines Kollegen/einer Kollegin gegenüber oder es gelingt uns einfach nicht, den Golfball sicher zu treffen. In solchen Momenten haben wir es immer mit einer besonderen Anspannung zu tun, bei der es uns sehr helfen kann, wenn wir mit der Alexander-Technik gelernt haben, nicht sofort oder  überhastet zu reagieren. Denn im Kern ist die Alexander-Technik ein Weg, um zu handeln, statt nur zu reagieren. Sie gibt uns die Gelegenheit, eingefahrene Gewohnheiten zu überdenken, eigene Stärken zu entdecken und neue Prioritäten zu setzen. So entstehen mehr Gelassenheit und Ausgeglichenheit auch in der Begegnung mit anderen Menschen.